“Remigration”, in die deutsche Vergangenheit?

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Ivan Kowalski hat geschrieben (2 Mai 2024):

Zum Geheimtreffen der AfD am 25. November 2023 oder Gibt es in Deutschland eine unmittelbare faschistische Gefahr?

Um sich der Fragestellung zu nähern, ist es untersuchenswert, woran man eine aufkommende faschistische Gefahr erkennen kann.

Jede Nation hat natürlich zu jeder Zeit seine eigenen spezifischen Merkmale, um die Frage zu beantworten.

Zunächst ist es die eigene, die nationale Vergangenheit.

Insbesondere an der deutschen Geschichte lässt sich über die Entstehung faschistischer Bewegungen viel ablesen.

Und genau hier setzen wir die Blaupause an, an der eigenen Geschichte.

Die AfD stellte sich in ihrer politischen Vergangenheit zunächst gegen die ‘Lügenpresse’, um sich von der Presse als Verleumdungsopfer darzustellen zu können.

Hier hat die AfD nichts Neues erfunden. Bereits im Programm von 1924 rief keine geringere als die damals noch junge NSDAP die Parole: „Hinaus mit der bürgerlich kapitalistischen Lügenpresse“.

Der publizistische Schritt zur Abkopplung von bürgerlich demokratischen Strukturen ist somit vollzogen.

Die gesamte Opposition zur bürgerlich demokratischen und zur linken Politik, deren Kern faschistische Politik ist, soll in den kommenden Jahren folgen.

Laut Berichten einiger Aussteiger aus der AfD soll die Partei eine Wandlung von einer ‘bürgerlichen Protestpartei’ mit Ansätzen einer ‘Alternative’ zur offen faschistischen Partei vollzogen haben. [1]

Sie zeichnen in Interviews die Metamorphose zur offen faschistischen Partei im Zuge ihrer begründeten und reflektierten Austritte nach.

Als Zwischenstation soll der ‘Putsch’ gegen Lucke innerhalb der Partei durch Frauke Petry und dem faschistischen Björn Höcke geebnet worden sein. Die rechte Elite der AfD um Höcke wartete auf einen geeigneten Moment, um die ‘Gemäßigten’ innerhalb der Partei politisch zu eliminieren.

Nun nach ihrem Siegeszug, zum Jahr 2024 machen sie sich auf und halten die Zeit für gekommen, mit ihrer nun offen faschistischen Partei der bürgerlich demokratischen Republik den Kampf anzusagen und die ‘Machtergreifung’ voranzutreiben.

‘Wir werden sie jagen’ (Gauland), heißt es auf Kundgebungen der AfD, ‘Ihr müsst gehen’, schwadroniert die Parteivorsitzende Alice Weidel in Simmern am 2.2.24 und spricht dabei Regierungsmitgliedern das Demonstrationsrecht gegen Rechts ab. Sie mögen doch da demonstrieren, wo die AfD sich zum Interessensvertreter aufschwingt, bei den Bauern und bei den Spediteuren.

Schließlich benötigen alle Politiker einen ‘TÜV’, wobei unschwer zu erraten ist, wer die Plaketten aufklebt. Zudem fehle es an ‘Ordnung und Disziplin’. Ins Felde geführt werden ‘unsere Omas und Opas’ die Deutschland wieder aufgebaut haben und nun Flaschen sammeln müssen. So skizziert Weidel das Elend der Republik. Gemeint sind nicht etwa die Hunderttausenden Kolleginnen und Kollegen, die mit dem Abkommen von 1961 zunächst aus der Türkei, dann aus Marokko und dutzend anderen Staaten nach Westdeutschland kamen und das im Krieg geschlagene deutsche Kapital wieder flott gemacht haben.

Passend zum üblichen Rassismus lassen die politischen Konsequenzen nicht auf sich warten.

Kern des Geheimtreffens am 25. November ist die Frage, „ob wir als Volk im Abendland noch üerleben oder nicht. [2]

Dieses Treffen, trifft sich die Spitze der deutschen faschistischen Bewegung mit entsprechenden Finanziers und Kapitalvertretern (freiwillige Eintrtittsspende 5000! Euro). [3]

Dort werden Menschen in Deutschland entsprechend als ‘assimilisierungsfähig’ eingestuft. Die eigene Geschichte mit Einteilung in ‘Halb-Viertel’ -Jude u.s.w. lässt grüßen.

Auch der angestrebteVerbannungsort von mehreren Millionen Menschen in Nordafrika erinnert an die Pläne der NSDAP, Juden nach Madagaskar zu verbannen. Und hier ist es für die AfD unerheblich, welchen ‘Assimilierungsgrad’ ein Mensch erreicht hat, die ‘Verbannung’ gilt auch für jene, die Geflüchteten helfend zur Seite stehen.

Hier treffen politische Wahnvorstellungen auf die grausamsten Muster deutscher Vergangenheit.

Die AfD und die Rechte um sie herum haben viel zur Vorbereitung einer Machtergreifung; eine finanzstarke und intellektuelle Elite [4], ein Programm, eine Massenbasis, eine wackelnde bürgerlich- demokratische Regierung, Unzufriedenheit in der Bevölkerung usw.

Aber wir haben auch viel; Das Bewusstsein um eine Geschichte, die gezeigt hat, wozu eine faschistische Regierung bereit ist. Dieses Bewusstsein hat in den letzten Monaten Millionen von Menschen auf die Straße gebracht.

Lassen wir die AfD mit ihren Machtphantasien wieder in die Särge der Geschichte ‘remigrieren’. Dahin, wo die Völker der Welt die NSDAP mit ihrem Machtapparat verbannt haben!

[1] Die Aussteiger, ZDF Mediathek.

[2] Correctiv.org/aktuelles/neue-reechte

[3] Hier wird besonders deutlich, wer das ‘einfache Volk ‘vertreten’ möchte.

[4] Insbesondere die Verknüpfungen mit der Identitären. 

CEVAP VER

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